Die Tischtennisreise des Sebastian Sauer

Sebastian Sauer_Sauer & Tröger

Sebastian Sauer und der Blick zurück - Wie hat es damals alles angefangen?

Als Spieler war Sebastian Sauer mit seinem tischnahen Langnoppenspiel viele Jahre in der 2. Bundesliga und Regionalliga aktiv und konnte gegen Spieler bis in die Top 100 der Weltrangliste hinein gewinnen. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Tischtennismarke Sauer & Tröger und leitet zudem Tischtennis Seminare.

8 Fragen an Sebastian:

Wie bist du zum Materialspiel gekommen?

Schon in meiner Jugend habe ich immer gern Spielern mit eher unorthodoxen Spielsystemen zugeschaut. Allerdings hatte ich nicht aktiv geplant, selbst mit Material zu spielen. Rein aus Spaß habe ich mit ca. 13 Jahren in einem Tischtennisshop einen alten, gebrauchten Kurznoppenbelag auf den Schläger geklebt. Das hat mir richtig Spaß gemacht und da habe ich den Belag draufgelassen.

Wie ist es dann weitergegangen und wie hast du in der Folge trainiert? 

Der Verbandstrainer des TTVR, Georg Imhof, hat mir dann in der Folge eine lange Noppe ohne Schwamm zum Test auf die Rückhand geklebt. Danach wurde viel ausprobiert und viele Techniken und Taktiken wurden umgesetzt. Es hat sich herausgestellt, dass diese Spielweise wunderbar zu mir passte und dass es mir Spaß macht, so zu spielen. Zuerst habe ich daran gearbeitet, möglichst isoliert verschiedene Techniken zu stabilisieren und diese danach immer mehr in unregelmäßigen Situationen ins Spiel eingebaut. Viele Techniken habe ich mir in Eigenregie durch Versuch und Irrtum selbst angeeignet. Jedoch hatte ich auch durch sehr gute Trainer wie beispielsweise Georg Imhof oder Jie Schöpp (damalige Weltklasseabwehrspielerin und heutige Bundestrainerin Damen) sehr gute Unterstützung.

Also bist du eher zufällig zum Materialspiel gekommen? 

Ja, es ist rückwirkend erstaunlich, was für kleine Zufälle im Leben im Nachhinein so Vieles verändern können. Hätte ich im Alter von 13 Jahren nicht zufällig einen Noppenbelag auf meinen Schläger geklebt, wäre wohl mein ganzes Leben komplett anders verlaufen und ich hätte es mit anderen Aktivitäten verbracht.

Was wäre anders verlaufen? Was bleibt dir besonders positiv in Erinnerung? 

Ich hätte viele Menschen, die zu sehr guten Freunden wurden, nie kennengelernt. Auch hätte ich beruflich eine ganz andere Entwicklung genommen. Letztlich hatte Tischtennis so schon einen enormen Einfluss auf mich. Hier hatte ich viele tolle Erlebnisse. Neben den guten Freundschaften gab es tolle Meisterschaftsspiele und schöne Turniererlebnisse wie beispielsweise die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. Auch war ich bedingt durch meine Spielweise gern gesehener Sparringspartner in vielen Trainingsgruppen. Hier konnte ich mit sehr hochrangigen und bekannten Spielern trainieren. So konnte ich u.a. am Training der EM/WM-Vorbereitung der Damen-Nationalmannschaft oder als Einspielpartner bei Champions-League-Finals teilnehmen.

Heute bestimmt Tischtennis deinen Alltag und du konntest dein Hobby zum Beruf machen, oder ? 

Ja, dafür bin ich auch sehr dankbar. Es ist wunderbar, das eigene Hobby und die Leidenschaft Tischtennis mit seinem Beruf verbinden zu können. Man merkt zudem, dass auch unsere Kunden gerne über ihr Hobby sprechen. So herrscht eigentlich immer eine positive Grundstimmung. Es ist anders, als wenn man mit einem „Problembereich“ wie beispielsweise einer Schadensmeldung im Versicherungsbereich zu tun hätte. Ich habe Lust mich jeden Tag

Wie sieht dein Alltag aus?  

Einen richtigen Alltag gibt es nicht. Man könnte sagen, dass fast jeder Tag anders aussieht. Sehr viel Zeit verbringe ich natürlich mit der Arbeit an der Tischtennismarke Sauer & Tröger, die sich aufs Materialspiel spezialisiert hat. Hier werden im Entwicklungsprozess und in Absprache mit anderen Testspielern viele Materialien entwickelt und getestet. Zudem werden Materialberatungen geführt und Händlerbestellungen bearbeitet. Mittlerweile ist Sauer&Tröger sehr etabliert und weltweit gibt es ein großes Händlernetz. Neben den bekannten „Tischtennis-Nationen“ gibt es mittlerweile auch Händler in vielen eher exotischen Ländern über den ganzen Kontinent verteilt. Die Beliebtheit der Marke wächst immer weiter und so werden mittlerweile administrative Bereiche fremdvergeben und zusätzliche Helfer unterstützen mich bei der Bearbeitung mancher Aufgaben.

Du führst auch eigene Seminare durch, wie sehen diese aus? 

Pro Jahr führe ich ca. 10-15 Wochenendseminare durch. Die meisten finden in Deutschland verstreut an vielen Standorten statt, einige auch in europäischen Nachbarländern. Es gab jedoch auch schon exotische Seminare beispielsweise auf Zypern oder sogar in Seoul in Südkorea. Da es beim Materialspiel viele verschiedene Spielsysteme gibt, wird das Training sehr individuell durchgeführt. Es gibt einen roten Faden, jedoch wird bei vielen Spielern je nach Spielweise und Zielen ein eigenes Trainingsprogramm durchgeführt. Behandelt werden zum Beispiel Techniken auf leere, schnittlose Bälle, Techniken auf Unterschnitt, Blockbälle, sowie Aufschlagannahmen auf kurze und lange Aufschläge sowie taktische Umsetzungen ins Spielsystem. Seit einigen Jahren ist zudem eine DVD von mir auf dem Markt, die verschiedene Techniken auch in Superzeitlupe und aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt. In Zukunft werden wir als Sauer & Tröger den Coaching Bereich noch weiter ausbauen. Da freue ich mich schon sehr drauf.

Der Plastikball scheint manche Materialspieler immer noch zu verunsichern. Wie sind hier deine Erfahrungen? 

Ja, hier herrscht weiterhin bei vielen Spielern eine große Verunsicherung. Je nachdem, welcher Ball gespielt wird, gibt es schon Unterschiede in der Wirkung eines jeweiligen Schlags. Allerdings sollte man als Materialspieler nicht zu ängstlich an die Thematik herangehen. U.a. gute Resultate von Weltklasseabwehrspielern, die bereits seit einigen Jahren flächendeckend mit dem Plastikball spielen, zeigen, dass weiterhin erfolgreiches Materialspiel praktiziert wird. Zudem befinden wir uns bei den Plastikbällen weiterhin in der Entwicklungsphase und die Bälle könnten in 2-3 Jahren möglicherweise auch wieder anders reagieren, als dies heute der Fall ist. Von der Einführung des Plastikballs bis heute hat sich der Plastikball jedoch positiv für Materialspieler verändert. Gegebenenfalls werden leichte Änderungen des Materials oder der Spieltechnik von Vorteil sein, jedoch möchte ich nochmal ausdrücklich sagen, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Es wird wie bei allen vorherigen Regel- und Materialänderungen sein: Wer vorher erfolgreich gespielt hat und bereit ist, sich mit der Änderung zu beschäftigen, der wird auch nachher wieder erfolgreich spielen. 

Wie sah dein Weg zum Tischtennis aus? Teile jetzt deine Geschichte mit der ganzen Noppenfamilie in den Kommentaren.

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Liebe Grüße vom Sauer & Tröger Team

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. werner schott

    Mach bitte weiter so

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